Schützt das Mittel deinen Hund vor dem Stich, oder erst danach?
Dieser Unterschied ist entscheidend.
Akarizide: Wirkstoff tötet die Zecke – aber wann?
Akarizide sind Wirkstoffe, die Zecken abtöten. Je nach Präparat geschieht das jedoch erst nach dem Kontakt mit dem Fell oder sogar während der Blutmahlzeit. Das bedeutet: Ein Stich findet unter Umständen trotzdem statt und damit theoretisch auch eine Übertragung von Krankheitserregern.
Repellentien: Zecken abschrecken, bevor sie stechen!
Repellierende Mittel wirken früher: Sie sollen Zecken gar nicht erst anlocken. Zecken orientieren sich an Geruch, Wärme und anderen Reizen. Bestimmte Duftstoffe können sie abschrecken, bevor sie zustechen.
Ätherische Öle - natürlicher Zeckenschutz
Einige Pflanzenduftstoffe werden von Zecken als unangenehm wahrgenommen. Das macht ätherische Öle interessant.
Worauf du bei der Anwendung achten solltest:
- Qualität: Nur hochwertige, reine ätherische Öle ohne synthetische Zusätze verwenden. Duftöle oder Parfümöle sind ungeeignet.
- Starke Verdünnung: Ätherische Öle sind hochkonzentriert. Für Hunde müssen sie sehr stark verdünnt werden „viel hilft viel" gilt hier nicht.
- Individuell prüfen: Alter, Größe, Gesundheitszustand, Medikamente, Epilepsie oder Trächtigkeit beeinflussen die Verträglichkeit. Was ein gesunder Erwachsenenhund gut verträgt, kann für Welpen, Senioren oder kranke Hunde ungeeignet sein.
- Augen, Nase, Ohren und gereizte Haut sind tabu.
- Das gründliche Absuchen nach jedem Spaziergang ersetzt kein Mittel.
Besonders genau hinschauen solltest du hier:
- Kopf und Ohren
- Hals und Brust
- Achseln und Bauch
- Innenschenkel
- Pfoten und Zwischenzehenbereich
- Rutenansatz
Zecken bevorzugen Stellen mit dünner Haut oder besonders geschützten Bereichen. Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer das Übertragungsrisiko, denn für manche Erreger spielt die Saugdauer eine wichtige Rolle.
Welche Krankheiten können Zecken übertragen?
Borreliose wird durch Bakterien übertragen und kann Gelenke, Bewegungsapparat und bei schwerem Verlauf auch Organe belasten. Symptome treten oft verzögert und unspezifisch auf. Müdigkeit, Steifheit, Appetitlosigkeit oder Leistungsabfall werden leicht übersehen oder falsch gedeutet.
Babesiose (sog. „Hundemalaria") greift die roten Blutkörperchen an und kann ohne Behandlung lebensbedrohlich verlaufen. Durch die Ausbreitung der Auwaldzecke ist diese Erkrankung nicht mehr nur ein Reisethema. Sie ist auch in Deutschland zunehmend relevant.
Anaplasmose kann Fieber, Erbrechen, Lahmheit, Mattigkeit und eine deutliche Schwächung des Immunsystems auslösen. Auch hier beginnen die Anzeichen oft unscheinbar: schlechteres Fressen, mehr Schlaf, ein leicht verändertes Verhalten.
Hunde können nicht sagen, wo es wehtut, das macht zeckenübertragene Erkrankungen besonders tückisch.
Wann solltest du nach einem Zeckenstich zum Tierarzt?
Nicht jeder Zeckenstich erfordert sofortiges Handeln. Aber bei diesen Symptomen solltest du zum Tierarzt gehen, besonders wenn du kurz zuvor eine Zecke gefunden hast...
- Fieber oder ungewöhnliche Müdigkeit
- Appetitlosigkeit
- Lahmheit oder steifer Gang
- Erbrechen
- Dunkler Urin oder blasse Schleimhäute
- Geschwollene Lymphknoten
- Verhaltensveränderungen
Dein Hund vertraut dir, sei vorbereitet!
Unsichtbare Risiken lauern im hohen Gras, im Unterholz, auf jeder Wiese.
Neue Zeckenarten wie die Hyalomma-Zecke zeigen deutlich, dass die Bedrohung wächst.
Dein Hund kann dir nicht sagen, dass etwas nicht stimmt, bis es vielleicht schon zu spät ist.
Zeckenschutz ganz ohne Chemie?
Ätherische Öle sind eine kraftvolle, natürliche Möglichkeit, lästige Zecken abzuschrecken,
bevor sie überhaupt zustechen. Keine Chemie auf der Haut deines Hundes. Kein schlechtes Gewissen. Nur Natur pur.
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